Cloud wird zum De-facto-Modell für IT-Architekturen

Der Einsatz von Cloud Computing schreitet nach einer aktuellen Studie von IDC mit großen Schritten in Unternehmen aller Größenklassen und Branchen in Deutschland voran.

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15 Februar 2017

Cloud wird zum De-facto-Modell für IT-Architekturen

Der Einsatz von Cloud Computing schreitet nach einer aktuellen Studie von IDC mit großen Schritten in Unternehmen aller Größenklassen und Branchen in Deutschland voran. 60 Prozent der befragten Unternehmen befinden sich derzeit noch in einer frühen Phase. Sie beschäftigten sich mit Pilotprojekten, treiben in einzelnen Fachbereichen individuelle Initiativen voran oder haben noch keine Cloud-Strategie definiert. Diese Situation wird sich in den kommenden 24 Monaten signifikant wandeln. Dann werden knapp zwei Drittel der Unternehmen Cloud Computing umfassend in ihren Unternehmen einsetzen, um letztendlich immer stärker auf eine Cloud-First-Strategie hinzuarbeiten. Der Einsatz von Cloud Computing ist somit eine grundlegende Antwort auf die Digitalisierung, die 52 Prozent der Unternehmen als eine zentrale Herausforderung sehen.

„Cloud Computing wird mittelfristig das De-facto-Modell für IT-Architekturen und technologische Framework für die digitale Transformation in allen Unternehmen sein“, erläutert Matthias Zacher, Senior Consultant und Projektleiter bei IDC. „Die Trennung zwischen technologiegetriebenen IT-Services auf der einen Seite und Business- und Prozessservices auf der anderen Seite tritt für die Fachbereiche immer stärker in den Hintergrund mit ihrer Forderung nach einfach zu konsumierenden Cloud Services.

Perspektivwechsel 1 – Fachbereiche geben den Takt an: Fachentscheider bestimmen die Diskussion um die Nutzung von Cloud Services immer stärker. 70 Prozent der Fachbereiche evaluieren und budgetieren Cloud Services entweder eigenständig oder innerhalb eines Entscheidergremiums. Cloud Services und insbesondere Public Cloud Services sind aber für Fachbereiche keineswegs neu. Und die Zahl der Public Cloud Services wächst täglich an. Spezielle Geschäftsprozesse via Cloud Services oder die Automatisierung von Prozessen und Funktionalitäten treffen die Anforderungen vieler Fachbereiche. Die zunehmende Vernetzung von Ökosystemen ist ein weiterer Treiber. 28 Prozent der Geschäftspartner setzen immer stärker auf Cloud Services und fordern diese aktiv ein.

Perspektivwechsel 2 – Die klassischen IT-Rollen ändern sich: Cloud Computing verändert die Jobrollen in den IT-Abteilungen. 50 Prozent der IT-Entscheider sehen die Rollen der IT-Architekten, Systemadministratoren und der Verantwortlichen für IT-Operations im Wandel. Je mehr Cloud Services ein Unternehmen nutzt, umso tiefgreifender werden die Veränderungen sein. Das betrifft das Fachwissen, die Prozesse und die Unternehmenskultur. IT-Systeme werden offener und schneller. Tätigkeiten, die sich automatisieren lassen, werden autark und damit ohne Mitarbeiter laufen. Hybride Clouds und Multi-Clouds stellen völlig neue Anforderungen an die Integration von Technologie und Prozessen.

Das ist für viele IT-Organisationen Neuland. Anwendungsentwicklung, Testing und IT-Betrieb ändern sich mit der Verbreitung effizienter Tools und Vorgehensweisen stark. Dem steht entgegen, dass in mehr als der Hälfte der Firmen geringe oder keine Kenntnisse über DevOps und Continuous Integration vorhanden sind. IDC empfiehlt Unternehmen, die Relevanz von DevOps zu prüfen, denn die Nutzung neuer Vorgehensweisen und Tools kann die Effizienz der Anwendungsbereitstellung stark verbessern.

Perspektivwechsel 3 – Beziehung zu den IT-Anbietern im Umbruch: Knapp drei Viertel der Befragten sind der Ansicht, dass ihr Services-Provider ihre Anforderungen an eine Cloud-Transformation voll und ganz oder überwiegend erfüllt. Allerdings ist das kein Freifahrtschein für IT-Hersteller. Denn für neue Cloud-Transformationsprojekte sind 65 Prozent offen für neue Anbieter. Klassische langfristige Lieferantenbeziehungen stehen zur Disposition. Das ist ein neuer Aspekt, auf den sich IT-Anbieter einstellen müssen. Mit Cloud Services werden große Funktionsblöcke in kleinere Services gesplittet, die auch immer besser integriert bzw. über APIs verbunden werden können.

Das gilt auch für die Nutzung der Services verschiedener Anbieter. IDC beobachtet, dass Transparenz und langfristige Roadmaps für unternehmenskritische Anwendungen in der Cloud wichtig sind und die Haltung vieler Unternehmen gegenüber ihren IT-Lieferanten beeinflusst. Zahlreiche IT-Anbieter haben sich in den vergangenen Jahren schwergetan, eine klare Cloud Roadmap zu formulieren und den Nutzen ihrer Cloud-Lösungen zu vermitteln. Diese Situation hat sich offenbar verändert. Die Unternehmen haben das inzwischen auch erkannt und sind immer häufiger bereit, Cloud Services unterschiedlicher Anbieter in ihre IT-Landschaft zu integrieren.

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