Junge Mitarbeiter als Ratgeber bei der Digitalisierung

Der Handlungsdruck bei der Digitalisierung hat viele Unternehmen vor ein gewaltiges Wissensproblem gestellt, weil sie in ihrer klassischen Ausrichtung bislang zu wenige Berührungspunkte zu den neuen digitalen Technologien aufweisen. Als Reaktion darauf scheinen diese vor allem jüngere Mitarbeiter als Informationsquellen und konzeptionelle Potentiale entdeckt zu haben.

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30 September 2016

Der Handlungsdruck bei der Digitalisierung hat viele Unternehmen vor ein gewaltiges Wissensproblem gestellt, weil sie in ihrer klassischen Ausrichtung bislang zu wenige Berührungspunkte zu den neuen digitalen Technologien aufweisen. Als Reaktion darauf scheinen diese vor allem jüngere Mitarbeiter als Informationsquellen und konzeptionelle Potentiale entdeckt zu haben. Nach einer durch das digital intelligence institute (dii) durchgeführten Erhebung sind sie für Business Manager zu 37 Prozent die wichtigsten Informationsgeber. Damit haben sie fast eine ähnliche Bedeutung wie die interne IT-Abteilung erlangt, die typischerweise bei technischen Themen der Hauptansprechpartner ist. 

Prof. Ayelt Komus vom dii sieht darin eine logische Konsequenz: „Der Mitarbeiternachwuchs ist durch die private Nutzung der elektronischen Medien digital sozialisiert und bringt ein enormes Potential mit. Sie sind nicht mehr allein als operative Kräfte zu sehen, sondern haben zusätzlich wichtige Funktionen beim Wissenstransfer und als Initiatoren von Innovationen erlangt.“ Dies gilt gerade für die jüngeren Beschäftigen in den Fachabteilungen, denn nach Aussage jedes zweiten der über 300 befragten Business-Verantwortlichen sind genau sie es, auf deren Einschätzung bei den Digitalisierungsthemen bevorzugt zurückgegriffen wird. 

In der Konsequenz bedeutet die stärkere Einbeziehung der Mitarbeiter, dass die herkömmlicherweise sehr hierarchischen Strukturen in den Entwicklungsprozessen von Projekten deutlich aufgebrochen werden. So stützen sich bereits 43 Prozent der Abteilungsleiter bei der Konzeption von Digitalisierungslösungen in erster Linie auf das Wort der Mitarbeiter. Selbst die interne IT-Abteilung wird seltener dazu gefragt.

Sogar zu strategischen Fragen der Digitalisierung setzen 30 Prozent vor allem auf das digitale Denken des eigenen Teams, auch wenn in dieser Hinsicht der Input der IT-Organisation immer noch den größten Stellenwert einnimmt. Die Managerkollegen aus anderen Fachbereichen werden dazu allerdings nur in sehr seltenen Ausnahmefällen angesprochen. „Der digitale Wandel hat auch in der Arbeitskultur eine deutliche Veränderung erzeugt“, meint Komus und sieht einen Abschied vom klassischen Rollenverständnis hin zu agilen Verhältnissen.

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